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Schöne Bescherung 
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Pressestimmen zu „Schöne Bescherung (The Lying Kind)”

Traumrollen für Boulevard-Schauspieler

Rheinische Post (21.10.2008)

Komödie zeigt „ein Stück zum Todlachen“

WZ (21.10.2008)

Wenn der Pfaffe Lack trägt

Express (21.10.2008)

Mein Gott, Herr Pfarrer!

NRZ (21.10.2008)

„Striptease und Klamauk“

Express (24.10.2008)
Schwarzer Humor in der „Komödie“

Ein schmissiger Start: Zwei Polizisten hoppeln auf neckischen Steckenpferdchen auf die Bühne. Um dann vor der Fassade eines gediegenen Hauses jäh ausgebremst zu werden. Eigentlich müssten sie jetzt klingeln und einem Ehepaar die Schreckens-Botschaft vom Unfall der Tochter überbringen, ausgerechnet am Heiligen Abend. Weil Gobbel (ulkig: Rolf Berg) und Blunt (urkomisch: Harald Pilar von Pilchau) aber Skrupel zeigen, die armen Leutchen schonen wollen und einen Moment zu lange zögern, kommt es zur Begegnung mit einem weiblichen Terminator.
Die herbe Gronya (Tanja Schumann in Lederjacke und Militärhose), macht als strenge Sittenwächterin Jagd auf einen im Viertel herumgeisternden Exhibitionisten, verdächtigt selbst die braven Polizisten und bringt sie mit einem rüden Griff an ihre empfindlichste Stelle zum Winseln.
Bei „Schöne Bescherung“, von Anatol Preissler in der „Komödie in der Steinstraße“ flott in Szene gesetzt, verheddern sich die Polizei-Tollpatsche in ihrem Gutmenschen-Dasein. Sie driften ab ins Chaos und reißen alle mit. Was zur Folge hat, dass ein Hündchen gekillt wird, ein Pfarrer (Wolfgang Welter) im Schrank und eine Göre (Nina Iris Schneider) auf lange Zeit in der Truhe verschwinden. Der Wahnsinn verknotet sich im Wohnzimmer eines kuriosen Ehepaares – genüsslich zelebrierte Kabinettstückchen für Billie Zöckler, anrührend in ihrer Verwirrung, und einen sehr schrägen Karl-Heinz von Hassel mit weißem Wallehaar.
Zu loben ist das raffiniert gebaute Bühnenbild von Elke Schlottermüller. Aber selten war etwas so sehr reine Geschmacksache wie diese 2002 in London uraufgeführte Komödie von Anthony Neilson. Sie wird, wie die Premiere zeigte, mit ihrem makabren englischen Humor entweder freudig goutiert oder befremdet abgelehnt. Wem Scherze mit Todes-Nachrichten und allzu blühender Nonsens prinzipiell gegen den Strich gehen, hat hier weniger zu lachen.

Von Regina Goldlücke
Rheinische Post (24.10.2008)
Diese Komödie wird der Herbst-Hit

Sie mögen schrägen, schrillen, schwarzen Humor? Dann sollten Sie sich dieses Stück ansehen.
Blödel-Alarm in der Komödie.
Bei der Premiere von „Schöne Bescherung“ kugelte sich gestern Abend das Publikum in den Sitzen.
Ein herrlicher Theaterspaß bis an die Grenzen aller Albernheiten. Ein urkomisches Stück mit pechschwarzem englischen Humor. Hervorragende Dialoge. Viel Situationskomik. Und ein spielfreudiges prominentes Ensemble, das dem Affen so richtig Zucker gibt.
Tanja Schumann mal nicht als Ulknudel, sondern als äußerst grobe Mutter, die sehr handfest die Unschuld ihrer Tochter verteidigt.
Fünf Minuten tosender Beifall. BILD meint: Das beste Mittel gegen Herbstdepressionen.

Von Jörg Hakendahl
Bild (23.10.2008)
Lauter schräge Typen

Am Ende des gleichnamigen Lustspiels von Anthony Neilson, das jetzt in der Komödie an der Steinstraße Premiere feierte, löst sich der ganze Spuk in Wohlgefallen auf.
Skurrile Situationen, schräge Typen und Verwechslungen, die manchmal konstruiert wirken, benutzt der Regisseur Anatol Preissler, um die „Schöne Bescherung“ schmackhaft zu machen. Das Ehepaar Balthasar (Karl-Heinz von Hassel mit langer grauer Matte) und Garson (die immer quiekende Billie Zöckler) glaubt, dass nicht ihre Tochter, sondern nur ihr Hund gestorben ist.
Die Bobbies (hinreißend komisch klamottig: Rolf Berg und Harald Pilar von Pilchau) klären den Irrtum nicht auf. Sie schüren ihn noch und entfachen dadurch eine Serie von tragikomischen Verdrehungen und Verwirrungen.

Von Michael-Georg Müller
NRZ (24.10.2008)
In der Komödie an der Steinstraße fällt die „Schöne Bescherung“ äußerst absurd aus.

Im Boulevardtheater klappern ja sonst unaufhörlich die Türen, doch bei der aktuellen Produktion in der Komödie an der Steinstraße ist erst einmal alles anders. Da stehen zwei vor einer Tür und trauen sich nicht rein. „Du klingelst.“ – „Warum ich?“ So geht das scheinbar endlos – und wird immer abstruser. „Schöne Bescherung“ nennt sich die schwarze Komödie des schottischen Dramatikers Antony Nielson, die in England am renommierten Londoner Royal Court Theatre uraufgeführt (2002) wurde.
Zwei Bobbys (Polizisten) sind es, die sich da nicht trauen. Man versteht’s, sie sollen eine unerfreuliche Nachricht überbringen.
Das Stück lebt weniger von klassischen Pointen als von seiner verrückten Situationskomik.
Zöckler wechselt zwischen niedlich-verrückt und ordinär, was ganz putzig ist, und von Hassel mimt den Gelassenen, dem nur manchmal der Wahnsinn aus den Augen hervorblitzt.

Von Klaus Schmidt
WZ (24.10.2008)