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Pressestimmen zu „Emil "Drei Engel!"”

Emil Steinberger und die Engel

Auch in der Düsseldorfer Komödie gab sich das Publikum erwartungsvoll. In Reihe 7 ließ sich am Premierenabend eine Dame nieder. „Ich hab mir kürzlich noch einmal seine Sketche im Internet angeschaut. Mir tat vor Lachen der Bauch weh“, sagte sie zu ihrer Nachbarin. „Gut, dass er nicht so unter die Gürtellinie geht“, meinte diese. Dann tritt Emil ins Rampenlicht. Ganz bescheiden. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Glas und ein paar Bücher – mehr Requisiten braucht er nicht. Er hat ja sich und seinen unvergleichlichen Humor. Obwohl: Eigentlich sind es zwei, die das Programm bestreiten. Der alte Emil und der neue Emil Steinberger, wie er sich heute nennt. Ein untrennbares Gespann. In „Drei Engel“ vermischt sich das urkomische Improvisationstheater von einst mit der Lebensweisheit und Erfahrung von heute. Sehr ulkig, wenn der alte Emil durchblitzt.
Aber nicht weniger unterhaltsam, wenn der bedächtige Steinberger über seine Beobachtungen räsoniert. Die deutschen Autobahnkreuze zum Beispiel. „Lesen geht ja noch. Aber entscheiden!“ Er versteht sich darauf, geistreich und kurzweilig zu plaudern. Die Zeit verfliegt, man hört ihm einfach gerne zu. Emil Steinberger spießt die Spitzfindigkeiten der Grammatik auf, mokiert sich über die Absurdität amerikanischer Gesetze, seziert die feinen Unterschiede zwischen deutschen und Schweizer Gepflogenheiten. Selbst die Werbung für seine Bücher bringt er auf höchst charmante Weise an. Unter die 30 Episoden in „Wahre Lügengeschichten“ habe er sechs geschmuggelt, die erstunken und erlogen sind. Manche liest er vor. Dem Publikum macht es Spaß, die Kuckuckseier zu erraten. Emil beherrscht die Kunst, es einzuwickeln und listig an der Nase herum zu führen. Und wie er dabei die Augenbrauen anhebt und beschwörend die Finger hochreißt!
Der Mann, der sich im reifen Alter neu erfand, ist auch mit 78 Jahren ein Phänomen. Die Karten für „Drei Engel“ sind für dieses Gastspiel (17 Abende) so gut wie weg. Deshalb sollte Emil rasch wiederkommen.

Von Regina Goldlücke
Rheinische Post, 22.01.2011
Drei Engel für Emil

Der unverwüstliche Emil Steinberger sorgt in der Komödie für einen unterhaltsamen Abend und ein ausverkauftes Haus.
Was macht ihn so unverwechselbar? Nicht nur seine durch Dialekt gefärbte Sprache, seine unverwüstlichen Geschichten von allzu Menschlichem und Garstigem, die auch bei der Premiere im Theater an der Steinstraße wieder ins Schwarze trafen. Ebenso die grotesken Ereignisse des Alltags. Die Anekdoten von Reisenden im Zug oder im Flugzeug, die seelische Hüllen einfach fallen lassen. Oder von Polizisten und Autofahrern. Das Überraschende: Obwohl Emil kein Turbo-Tempo an den Tag legt, obwohl er in 100 Minuten seinen Stuhl nicht einmal verlässt, obwohl er keine einzige Requisite aus Taschen oder Bühnengassen zaubert - das Publikum geht mit, stellt Emil Fragen in puncto „Wahrheit“, kommentiert, lacht und fühlt sich blendend unterhalten. Mit Niveau und stets oberhalb der Gürtellinie. Jungen Comedy-Kollegen erteilt der Menschen-Darsteller, der trotz seiner 78 Lebensjahre keine Sekunde schwächelt, eine Lehre: Man kann Quote machen - auch ohne kodderschnauzige Dieter-Bohlen-Obszönitäten.

Von Michael-Georg Müller
NRZ, 21.01.2011
Jubelpremiere in der Komödie Lachalarm mit Emil

Mit Ovationen feierte das Publikum gestern Abend in der Komödie die Premiere des Schweizer Kabarettisten Emil Steinberger mit seinem Soloprogramm „Drei Engel“.
Ein moderner Münchhausen, ein augenzwinkernder Schelm, ein großer Lausbub, der seinen Zuhörern mit unvergleichlichem Schweizer Akzent unglaubliche Geschichten erzählt. Wahr oder nicht wahr? Die Frage zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend.
100 Minuten mit gefühlten 1000 Lachern. Denn Emil hat diesen wunderbaren feinen Humor. Intelligent. Elegant. Charmant. Hintergründig. Da kann er selbst aus einem Wörterbuch vorlesen und seine Zuhörer lachen sich halb weg.
Die Komödie erlebt eine Sternstunde der gepflegten Unterhaltung (leider nur bis zum 3. Februar). Unbedingt ansehen!

Von Jörg Hakendahl
Bild Düsseldorf, 21.01.2011
Hausmeister Krause traf Postbote Emil

Comedian Tom Gerhard begeistert von Steinbergers „Engeln“
Wie er statt auf Gags und Pointen auf Situationskomik und trockenen, (selbst-)ironischen Humor setzt. Beim wundervollen Kammerspiel mit biografischen Elementen schaut er Völkern aufs Maul, in Herz und Hirn, zählt abstruse amerikanische Gesetze auf und wundert sich über die Bescheidenheit der Düsseldorfer, sich „Dorf“ zu nennen …
Das Publikum kann nicht nur von Herzen lachen, sondern auch mit Zwischenrufen, ob „wahr“ oder „gelogen“, aktiv sein.

Von Arno Gehring und Marc Herriger
Express, 22.01.2011
Emils wahre Lügengeschichten

Ein alter Holztisch, ein grüner Ledersessel und vier Bücher – mehr braucht Emil Steinberger für seinen Auftritt nicht. Seine Requisiten warten am Donnerstagabend schon auf der Bühne der Komödie auf ihn. Der Saal ist voll. Gleich nach seiner Begrüßung erklärt der Schweizer Kabarettist erst einmal, was der Programmtitel „Drei Engel!“ bedeutet.
„Ich habe meinen Sohn Philipp früher oft Geschichten erzählt. Damals war Flunkern schon meine Leidenschaft. Philipp wollte aber immer wissen, ob die Geschichte wahr oder gelogen ist. Da haben wir die drei Engel eingeführt.“ Er hebt seine rechte Hand und hält Daumen, Zeige- und Mittelfinger hoch. „Das sind die drei Engel.“ Sie sollen an diesem Abend auch dem Publikum als Wahrheitsbeweis dienen.

Von Anna Busch
Westdeutsche Zeitung, 22.01.2011
Stadtgespräch Emil Steinberger zu Gast in der Komödie

Unter die vielen Emil-Fans bei der Premiere von „Drei Engel“ hatte sich auch ein Prominenter gemischt. Der Kölner Komiker Tom Gerhardt (mit „Die Superbullen“ gerade frisch im Kino) besuchte mit seiner brasilianischen Lebenspartnerin Nadja da Silva die „Komödie“ um sich das Programm des Humoristen anzuschauen. Er gab sich als langjähriger Bewunderer des Schweizers zu erkennen. „Emils frühere Programme haben mich überhaupt erst zu meinem Beruf inspiriert“, erzählte er. „Ich war als junger Student schwer beeindruckt, wie ein einziger Mensch auf der Bühne es schafft, sein Publikum über zwei Stunden unentwegt zum Lachen zu bringen. Mein Wunsch, eines Tages auch so etwas zu können, wurde dadurch intensiver.“ Ziel erreicht, oder? Tom Gerhardt grinst. „Schon. Obwohl bei mir ja immer wesentlich wildere Sachen rauskamen.“ Der heutige Emil sei ihm mit seinem unvergleichlichen Humor immer noch lieb. Ein Könner eben. Nach der Premiere saßen Tom Gerhardt und Nadja noch lange mit Emil Steinberger und dessen Frau Niccel (auch sie stammt aus Köln) zusammen.

Rheinische Post, 22.01.2011