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Der Raub der Sabinerinnen 
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Pressestimmen zu „Der Raub der Sabinerinnen”

Paraderolle für Alexander May

„Eine Paraderolle für Schauspieler-Ikone Alexander May, der in breitem Sächsisch den alten Theaterhasen mimt.
Komödien - Chef Helmuth Fuschl hat das Kultstück im schrillen 19. - Jahrhundert –Klischee inszeniert - mit tiefen Seufzern und vorgetäuschter Ohnmacht. Genug zu lachen für das Premierenpublikum, das mit Zwischenapplaus nicht geizte und das Ensemble schließlich mit stehenden Ovationen belohnte.“

Express
20. Mai 2005,
verfaßt von k. A.
So ein Schlawiner!

"„Zumindest wurde die Premiere, von Hausherr Helmuth Fuschl in rasanter Bravour in Szene gesetzt, nicht nur stürmisch gefeiert, sondern lockert das Zwerchfell selbst bei Lustspiel-Skeptikern. Slapsticks, urkomische Typen und Situationen treffen aufeinander, am laufenden Band.
Kredenzt werden sie im feinen wilhelminischen Interieur (Tom Grasshof) eines dichtenden Gelehrten von einer Reihe von TV-erprobten Mimen, die in dieser Fülle wohl nur selten in privatfinanzierten Boulevard-Theatern zu sehen sind. Die Frauen des Hauses in wallenden Roben, Locken und Dutt-Frisuren, wie man sie aus der „Gartenlaube“ kennt. Sie plaudern in überspanntem, zackigen Kaiser-Deutsch, manchmal auch in sächsischem oder ostpreußischen Dialekt. Ebenso schickt Kostümbildner Wolfgang Scharfenberger die Herren in Cut, Frack oder feinem englischen Zwirn auf den Nostalgie-Trip. Ach, alles ist wie früher. Die Würze liegt in Fuschls Hang zur Überzeichnung und in der Selbstironie, die er den Figuren in jedem Satz angedeihen läßt.
Tochter Paula (hinreißend: Nadine Seiffert) und ihr Mediziner-Gatte Doktor Leopold Neumeister (ein Luftikus aus dem Bilderbuch: Jens Hajek) wandeln auf den Spuren der Studenten-Vergangenheit. In ein turbulentes Verwirrspiel geraten die zwei, sobald der Studienfreund Emil Groß auftaucht. Dieser Sohn eines Weinhändlers schwindelt auf Teufel komm-heraus, verdreht, verdreht den Damen und der zweiten Tochter Marianne (Mona Perfler) den Kopf: Marcus Mössmer gibt als jugendlicher Stürmer und Dränger Gas und ist als drahtiger Schlingel ein geeignetes Gegengewicht zu Alexander May.
Der gewichtige Schauspieler, bekannt durch die Fernsehkultserie „Freunde fürs Leben“, ringt der Figur des Theaterdirektors Emanuel Striese zahlreiche Facetten ab. Als Schlawiner umgarnt May den kurzangebundenen Professor (Dieter Schaad), entlockt ihm sein Manuskript über den Sabinerinnen-Raub, funktioniert die ungelenke Tragödie kurzerhand in ein Satyrspiel um. Bei aller Selbsterkenntnis in Sachen Schmieren Komödiantentum, liefert sein einzigartiger Monolog ein leidenschaftliches Plädoyer für das Theater.“

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
20. Mai 2005,
verfaßt von k. A.
May ist der Held der Komödie

„Auftrittsapplaus für einen großen Mimen: Mit seinen ersten Worten sächselt sich Alexander May in die Herzen der Zuschauer. Sie ahmen ihn nach, wenn er von den „Sabincherinnen“ spricht, lachen über „Butter auf die Bemme“, amüsieren sich über den „Babagei im Binienwald“.
Eine köstliche Szene für Alexander May als Striese und Dieter Schaad als honorigen Professor. Ganze Passagen schreibt er willig um, weil es am Personal für die Rollen mangelt. Und muß dennoch miterleben, wie seinem Stück bei der Premiere ein Fiasko droht.
In Helmuth Fuschls Düsseldorfer Inszenierung an der Komödie ist der an Körper und Stimme wuchtige Alexander May Dreh- und Angelpunkt des zehnköpfigen Ensembles. Darunter die muntere Hausperle Rosa (Edith Teichmann), der Schauspieler-Kobold (Markus Mössmer), der geschwätzige Weinhändler (Udo Bodnik), der brave Schwiegersohn (Jens Hajek). Die blasierte Madame Gollwitz (Dagmar Hessenland) und ihre verschreckten Töchter (Nadine Seiffert, Mona Perfler) läßt der Regisseur wie Marionetten agieren. Mit spitzen Schreien, vielen „Huchs“ und unnatürlichen Gehabe zeichen sie teilweise schrille Karikaturen. Besonders Dagmar Hessenland kostet jede Nuance genüßlich aus. Kündigt das Geträller der Gnädigen ihr Kommen an, stehen alle stramm, selbst der ausgebuffte Striese fühlt sich in die Enge getreiben. Mit seiner Liebeserklärung ans Theater,Glanzpunkt aus dem „Raub der Sabinerinnen“, läuft Alexander May zur Hochform auf. Wenn er im Kostüm des abgetakelten Römers die Miesere seines Wandertheaters skizziert, strahlt er trotz des welken Lorbeers auf dem Haupt Würde und Hingabe aus. Einer der berührendsten Momente des Premierenabends, der mit begeistertem Beifall endete.“

Rheinische Post
20. Mai 2005,
verfaßt von k. A.
Papagei krächzt Schauspieler nieder

„[...] Bis es allerdings soweit ist, schwelgt das Ensemble um Alexander May, der den Striese hoch amüsant gibt, im Genre der Komödie. Da ist die zarte Liebe zwischen Paula (gespielt von Nadine Seiffert, bekannt aus der TV Serie „Wolffs Revier“) und dem Tunichtgut Emil (sehr charmant Markus Mössmer). Oder Professor Gollwitz, der durch den drohenden Flop seiner Römertragödie den gesellschaftlichen Rauswurf riskiert, das agil-resolute Hausmädchen Rosa (liebenswert dargestellt von Edith Teichmann), Professor Martin Gollwitz (verschmitzt-amüsiert gespielt von Dieter Schaad) und Gattin Friedericke Gollwitz (herrlich indigniert: Dagmar Hessenland).
[...] Hier paßt alles: Bühnenbild (Tom Grasshof), Kostüme (Wolfgang Scharfenberger) und die Schauspieler, die allesamt überzeugend spielten und diesem Stück von Franz und Paul von Schönthan aus dem Jahre 1883 bestens aufgehoben sind.“

Westdeutsche Zeitung
20. Mai 2005,
verfaßt von k. A.