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Der Mustergatte 
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Pressestimmen zu „Der Mustergatte”

Ein wunderbarer „Mustergatte“

„Der Mustergatte“, der gerade Premiere in der „Komödie“ hatte, ist Klamauk pur, voller Klischees – und großartig.
Das Schauspieler-Ensemble um Marcus Ganser und Peter Fricke schafft es, das 1922 geschriebene Stück in die moderne Zeit hinüberzuretten.
Die Zuschauer springen Sekunden nach dem Schlusswort auf und klatschen sich die Hände wund. Warum? Die Antwort liegt im Ensemble: Der smarte Adrian Linke mit seinem Tick; die erfrischend temperamentvolle Adisat Semenitsch, die unentwegt mit dem Feuer spielt, ihrem „Kribbeln“ gern nachgeben würde, mit einem Seitensprung liebäugelt und sich im entscheidenden Moment dann doch nicht traut; die zunächst naive, dann vermeintlich betrogene und immer energischer aufmuckende Christine Schild, die sich mit Verve in ihre Rolle schmeißt und es dem eitlen Gatten heimzahlt.
Dessen Original-Rolle plusterte Regisseur Jürgen Wölffer für und mit dem souveränen Peter Fricke auf. Als wandelnder Zitaten-Schatz würzt er seinen Text mit Bonmots und Pointen aus bekannten Werken. Damit bricht er die altbackenen Klischees und ironisiert sie, was dem Stück gut bekommt und für Heiterkeit sorgt. Über allem aber steht Marcus Ganser. Allein schon seine Körpersprache und Mimik: Wie er durchs gediegene Mobiliar schleicht, sich verbiegt und verknotet, den Hals reckt, klagt und winselt. Mag der Körpereinsatz noch so vehement sein – immerzu klebt auf seiner kahlen Stirn starr eine einsame Locke. Der Mann ist mit jeder Geste, jedem Satz ein großer Komiker. Besonders, wenn er widerspenstig seinen Rachefeldzug startet. Das Trinkgelage mit der Nachbarin, seiner aufstachelnden Komplizin, gipfelt in akrobatischen Verrenkungen. Bis der „Mustergatte“ müde in sich zusammensinkt und seufzt: „Eine Orgie ist nichts für mich.“ Klamauk, gewiss. Aber so gekonnt, dass er begeistert quittiert wird.

Von Regina Goldlücke
(Rheinische Post, 17.07.2009)
Nur wer begehrt, wird auch selbst begehrt

Umjubelte Premiere von Avery Hopwoods Stück „Der Mustergatte“ in Düsseldorf.

„Der Mustergatte“ erntete am Mittwochabend stürmischen Applaus, stehende Ovationen und viele Lacher zwischendurch.
Wie es sich für eine Boulevardbühne gehört, gebühren dem prominentesten Kopf die größten Vorschuss-Lorbeeren: Szenenapplaus gibt’s bei der Premiere zunächst für Peter Fricke.
Dem TV-Star wurde seine Rolle buchstäblich auf den Leib geschrieben: Als Kammerschauspieler Jochen bewegt er sich geschickt zwischen Kunst und Alltag, feingeistigen Shakespeare-Zitaten und wenig charmanten Macho-Ansichten: „Wenn eine Frau nur glücklich und zufrieden ist, weiß sie ja gar nicht, dass sie verheiratet ist“.
Bevor es dem Publikum ähnlich geht, spielt Regisseur Jürgen Wölffer sein Gespür für Situationskomik aus: Das Lustspiel von Avery Hopwood kommt in Schwung, als sich Manni mit Jochens Ehefrau Karin (Christine Schild) verbrüdert, die im Cocktailrausch von der grauen Maus zur mutigen Löwin mutiert.
In Ursula Wandaress’ modern eingerichteter Wohnung entdeckt man viele herrliche Szenen, in denen Gerhard Kropps Kostüme das innerliche Lodern spiegeln. Ganser ist der (Anti-)Held des Abends und belebt die einstige Paraderolle von Heinz Rühmann mit grandioser Gestik. Als Manni leert er die Hausbar und wird am Ende von einer ungeahnten Einsicht erfüllt: Nur wer begehrt, wird auch selbst begehrt.
„Der Mustergatte“ dürfte in Düsseldorf einen Sommer lang hoch im Kurs stehen. Das Spiel mit der Eifersucht hat, was Zuschauer wollen: ein gutes Timing und bestens aufgelegte Schauspieler, die die Handbremse lösen und zunehmend Gas geben.

Von Martina Thöne
(Westdeutsche Zeitung, 17.08.2009)
Pointen-Feuerwerk in der Komödie

Das Publikum juchzte und johlte. Mit der turbulenten Ehe-Komödie „Der Mustergatte“ gelang gestern Abend der Komödie Steinstraße ein Traumstart in die neue Spielzeit. Witzig, spritzig, nicht eine Minute langweilig.
Im Mittelpunkt Bankdirektor Manni, ein Langweiler par exzellence – wunderbar in Szene gesetzt von Marcus Ganser. Der Mann ist so öde, dass seine Frau Martina (ausgesprochen temperamentvoll Adisat Semenitsch) die Scheidung will. Nun kommt Kumpel Jochen ins Rennen, den der alte Theater-Haudegen Peter Fricke mit Verve gibt. Seine Ehe-Therapie: Lass dich doch mit einer anderen Frau erwischen. Gesagt, getan: Plötzlich sitzt der Mustergatte mit der Frau (Christine Schild als scheues Mäuschen) seines Freundes Jochen bei sich alleine zu Hause…
5 Minuten dröhnender Premierenbeifall für einen pointenreichen Abend.

Von Jörg Hakendahl
(Bild Düsseldorf, 16.07.2009)
Mustergatte zum Verlieben

Das neue Stück „Der Mustergatte“ von Avery Hopwood in der Komödie hat Jürgen Wölffer als Slapstick-Szenen inszeniert.
Die Ehe-Komödie macht dem Publikum einen Heidenspaß; es ist schon zu Beginn bei Martinas und Freddys Tango hin- und mitgerissen. Jubel und Standing Ovations für Grandseigneur Peter Fricke und das Ensemble gibt´s zum Schluss, und Marcus Ganser sahnt beim Bravo-Orkan verdient ab.

Von Gisela Rudolph
(Express, 17.07.2009)