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Pressestimmen zu „Möwe und Mozart”
Auch im reifen Alter ist Liebe möglich – zu sehen in der Uraufführung von „Möwe und Mozart“ in der Komödie an der Steinstraße.
Dennoch haben die Protagonisten in dem Lustspiel von Peter Limburg weder das Lachen noch den Humor verlernt. Zumal die Komödie an der Steinstraße für die Uraufführung so versierte und ausdrucksstarke Charakterdarsteller wie Peter Fricke und Doris Kunstmann gewinnen konnte. Sie sind weder betulich noch altväterlich, sondern vital, geistig und körperlich agil. Sie strahlt, überzeugt durch Milde und Beharrlichkeit, er ist der Typ Miesepeter, Griesgram, manchmal sogar Kotzbrocken, der Sofias Annäherungsversuche zunächst harsch abwehrt.
Romantische Waldeinsamkeit
Mit süffigem, manchmal ätzendem Spott, beißender Ironie und schwarzem Humor kontert er die säuselnden Engelsbotschaften der schwerhörigen Sofia im wallenden Moosgrün-Kostüm. Wahre Paraderollen für Kunstmann und besonders für Fricke, der den sprühenden Sprachwitz, der an jüdisch-amerikanischen Humor erinnert, messerscharf über die Rampe bringt und ins Schwarze trifft. Die Lacher sind meist auf seiner Seite.
So verhindern die beiden, dass diese Liebesgeschichte mit Hindernissen zu einem dauerhaften Andante Melancholico mutiert. Geleitet werden Kunstmann und Fricke von einem jugendlichen Amor - René Oltmanns. Als Herberts Neffe zieht der smarte Beau mit Dreitagebart die Fäden und will seinen geliebten Onkel vor Vereinsamung und Verschrobenheit retten.
Unterstützt werden die Mimen von der pointensicheren Regie von Matthias Freihof. Der Berliner Theatermacher und Filmschauspieler setzt auf Atmosphäre, betont die poetischen Bilder, die zügigen Dialoge und den Kontrast zwischen den beiden Figuren, die sich entfalten und zunehmend freispielen können. Beteiligt an dem mit Ovationen gefeierten Erfolg ist sicherlich auch der Ausstatter Stephan Mannteuffel: Er lässt das Duo eintauchen in ein stimmungsvolles Ambiente zwischen romantischer Waldeinsamkeit und Antiquitäten-Interieur, in dem für Gags mit knallenden Türen kaum Platz ist.
Ein gehobener Boulevard-Ton - frei von gewollten Gags unterhalb der Gürtellinie - zieht sich durch das ganze Stück. Er rundet den Abend zusammen mit den schauspielerischen Leistungen ab und ist auch dem Publikum unter 50 zu empfehlen.
NRZ, 20.05.2011
Peter Limburgs Uraufführung "Möwe und Mozart" über eine späte Liebe mit Widerhaken. Doris Kunstmann und Peter Fricke geben unter der Regie von Matthias Freihof ein wunderbares Paar. Sie eine heitere Missionarin mit unerfüllten Sehnsüchten; er ein dem Leben abgewandter Miesepeter, der ihm Wohlgesonnene abblitzen lässt. Der Schlagabtausch mit seinem beflissenen Neffen (René Oltmanns) gerät höchst unterhaltsam.
Überhaupt sind die aufmüpfigen Sprüche aus Peter Frickes Mund eindeutig das Salz in dieser Suppe. Schlitzohrig hangelt er sich durch das Gestrüpp von Sofias penetranten Fragen. Mag er Kinder? Nur wenn der Abstand stimmt. Treibt er Sport? Ja, früher Kopfstand, heute Ruhestand. Dabei merkt er kaum, wie sein Widerstand bröckelt. Er gibt Schwächen preis, bekennt sich gar zu einem unverarbeiteten Trauma. Und zieht sich empört zurück, als er entdeckt, dass ihr Wissensdurst Teil eines abgekarteten Spiels ist. Es bedarf allerlei Wendungen, bis er endgültig bekehrt ist. "Die will es noch mal richtig wissen", vermutet er und tut es seiner Herzensdame gleich. Allein Frickes Mienenspiel, wenn er zum tänzelnden Lebemann mutiert, ist ergötzlich.
In "Möwe und Mozart" stecken sämtliche Gefühle, die den Lebensabend begleiten. Die Botschaft: Den Gebrechen des Alters begegnet man am besten mit Ironie. Und für eine neue Liebe ist es nie zu spät, man muss sie nur zulassen. Das bravouröse Bühnen-Gespann in der "Komödie" führt überzeugend vor, wie das geht.
Rheinische Post, 20.05.2011
In der Komödie handelt ein neues Stück von der Liebe im Alter.
„Möwe und Mozart“ heißt das Stück des deutschen Autors Peter Limburg, das am Mittwochabend in der Komödie an der Steinstraße uraufgeführt wurde. Es geht um die Liebe im Alter – auf zugleich philosophische und urkomische Art und Weise. Die Handlung selbst ist weder spektakulär noch thematisch neu. Doch großen Reiz gewinnt das Ganze durch die witzigen und geistreichen Dialoge.
Rasante Wortwechsel und Witz der Hauptdarsteller überzeugen
Die rasanten Wortwechsel gewinnen zusätzlichen Witz durch die beiden Hauptdarsteller. Peter Fricke, bekannt aus Serien wie „Derrick“, „Der Alte“ und „Tatort“ brilliert als bissiger Herbert. Ihm nimmt man jede Bosheit ab. Und Doris Kunstmann, Preisträgerin der Goldenen Kamera (1975), mimt die Sofia mit einer Art mütterlichem Charme. Eine gelungene Uraufführung des Stückes.
Westdeutsche Zeitung, 20.05.2011
„Habe ich dir schon gesagt, dass Möwenfedern Glück bringen?“
Es muss nicht immer schenkelklopfender Brachial-Humor sein. Der Komödie gelingt ein wunderbarer, gefühlvoller, poetischer Theaterabend. Begeistert feierte das Publikum gestern Abend die Premiere von „Möwe und Mozart“, Geschichte einer späten Liebe.
Mit Doris Kunstmann und Peter Fricke ist die Komödie ideal besetzt. Die Herzen der Zuschauer werden mit facettenreichem Spiel gerührt. Abgerundet wird die perfekte Unterhaltung durch ein ungemein stimmungsvolles Bühnenbild (mal Meer, mal Wald im Hintergrund). Ein großartiger Höhepunkt zum Ende der Spielzeit.
Bild, 19.05.2011
Doris Kunstmann und Peter Fricke – ein absolutes Dream-Team in der Komödie. Peter Limburg hat in seinem neuen Stück „Möwe und Mozart“ Paraderollen für die beiden TV- und Theater-Ikonen geschrieben. Und die zeigen die ganze Palette ihres Könnens: feine Sprechtechnik, Humor, Bissigkeit und Melancholie. Fricke ist der Misanthrop Herbert, der Mozart liebt und die Welt verachtet. Kunstmann die lustige Witwe Sofia.
„Vielen Dank“, rief Fricke auf der Premierenfeier ins applaudierende Publikum, konnte sich ebenso wie Doris Kunstmann vor Autogrammwünschen kaum retten. Etwas traurig: Schauspielerin Christiane Klimt. Ihre neue Liebe, die sie während ihres Komödien-Gastspiels „Suche impotenten Mann fürs Leben“ gefunden hatte, ist schon wieder vorbei. Klimt: „Vielleicht gibt´s ja andere nette Düsseldorfer – dann ziehe ich sofort wieder hierher.“
Express, 20.05.2011
Erst ganz zum Schluss, als die Schauspieler vom Publikum umjubelt wurden, ließ die Anspannung bei Peter Limburg nach. „Premieren sind für mich nie Routine, ich war etwas zittrig“, gestand der Autor, der die Uraufführung von „Möwe und Mozart“ der „Komödie“ anvertraut hatte. „Wie gut ein Stück ankommt, ist unabwägbar.“ Seine Sorgen waren unbegründet. Die Leistung von Doris Kunstmann, Peter Fricke und René Oltmanns gefiel den Besuchern so gut wie Limburgs heitere Betrachtungen über die Liebe im Alter. Mit besonderem Interesse schauten die Modeschöpferinnen Mahi Degenring (Düsseldorf) und Ingeborg Schiborr (Calico, Essen) zu, deren Kreationen Doris Kunstmann mit Grandezza trug. Lange mussten die beiden Hauptdarsteller Autogramme geben, während sich einige Kollegen geduldig in die Gratulanten-Schlange einreihten. „Mir hat Peter Fricke wunderbar gefallen, er spielte auf den Punkt genau“, sagte Andrea Spatzek („Lindenstraße“). „Ich bin begeistert“, schwärmte auch Marianne Rogée. „Doris Kunstmann ist eine großartige Frau, ich bewundere sie. Und so subtile, intelligente Männer-Schauspieler wie Fricke gibt es nicht wie Sand am Meer.“ Sie habe das Glück gehabt, auf dem Düsseldorf Boulevard in rascher Folge zwei von ihnen zu sehen: Peter Fricke in der „Komödie“ und Jörg Pleva im „Theater an der Kö“. Von dort kamen nach der Vorstellung von „Achterbahn“ Volker Brandt und Alexandra Kamp herüber, die Überraschendes erfuhr: „Doris Kunstmann erzählte, sie hätte mit meinen Eltern Peter und Marietta Kamp die Hamburger Schauspielschule Freese besucht, das war mir völlig neu.“
„Ein tolles Stück und wahnsinnig gute Schauspieler!“ Marianne Rogée war begeistert von Doris Kunstmann und Peter Fricke, die Hauptdarsteller in der Uraufführung von „Möwe und Mozart“. Nach der Premiere in der Komödie an der Steinstraße ließ sich die Lindenstraßen-Ikone sogar ein Autogramm von Peter Fricke geben. „So kommt man mit dem Kollegen wenigstens ins Gespräch.“
Von der Neuinszenierung ebenfalls angetan waren TV-Größe Luca Zamperoni (SK-Kölsch), die 29jährige Christiane Klimt (Alles was zählt) und Andrea Spatzek (Lindenstraße), die hier auch schon auf den Brettern stand. Nicht weniger positiv auf die Liebesgeschichte in reifem Alter reagierte Thorsten Hamer. Der Wuppertaler Mime hatte in der Komödie als Heinz Erhardt Furore gemacht und seitdem viele Fans. Unter den Premiere-Gästen auch: Modeschöpferin Mahi Degenring, die für Doris Kunstmann ein Kostüm entwarf, sowie Detlef Parr und Gerd Welchering von den Düsseldorfer Jonges und Joachim Meurer (Theater an der Luegallee).


