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Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles) 
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Pressestimmen zu „Ein Käfig voller Narren (La Cage aux Folles)”

Komödie öffnet den Narrenkäfig

Die Komödie an der Steinstraße wagt sich an eines der großen alten Erfolgsstücke vom Broadway: „Ein Käfig voller Narren“.
Es glitzert überall. Auf dem Theatervorhang. Auf der Weste des Conférenciers, der in der „Komödie“ die Illusion einer französischen Revue vorgaukelt. Schließlich auf den Fummeln der bunten Truppe, die zu Beginn die Bühne erobert und, leicht abgewandelt, den Motto-Song aus „Ein Käfig voller Narren“ anstimmt: „Wir sind, was wir sind“.
Ob Damen oder Herren, das lässt sich nicht so genau sagen. Es wippen die Federn, es rascheln die Röcke, es fliegen die Boas. Nur die herbe Hanna aus Hamburg zeigt sich als harter Kerl in schwarzem Leder. Sind die schrägen Vögel weg, öffnet sich ein Wohnraum. Ein leuchtend roter Kussmund dient als weiches Sofa und thront erhaben über der Szenerie, die alsbald vom Star des Abends beherrscht wird. „Wer verlangt nach meiner Gegenwart?“ flötet Heinrich Schafmeister und kassiert Auftritts-Applaus. Wenn der groß gewachsene Schauspieler hereinrauscht, im neckischen Bademäntelchen, mit Turban und dicken Puschen an den Füßen, ahnt man, warum das Boulevard-Theater diese schon personell ambitionierte Produktion riskiert hat.
Heinrich Schafmeister bleibt Dreh- und Angelpunkt des Stücks. Mit einem Fingerschnippen, einer mimischen Verrenkung, einem affektiert hingetupften Satz bezaubert er das Publikum, vermag es anzurühren und wirkt auch als Frau authentisch.
Begeisterter Beifall nach einer sympathischen Premiere mit viel Gefühl.

Von Regina Goldlücke
Rheinische Post, 03.12.2010
Helden der Klamotte

Viel Jubel in der Komödie für Helmuth Fuschls Inszenierung des berühmten „Käfig voller Narren“.
Narren und solche, die’s noch werden wollen - sie sind derzeit in der Komödie richtig. Wenn das Theater an der Steinstraße auch kein echter Käfig ist, so beschwören zehn Mimen die skurrile Travestie-Revue „Käfig voller Narren“ auf enger Bühne. Dieses Stück rund um Kerle, die in Frauenklamotten herumspringen und ihrer Familie auf der Nase herumtanzen, besitzt als Film und Musical Kultstatus. Wer sich an solch berühmte Vorbilder aus den 70er/80er Jahren klammert, läuft Gefahr samt Pailletten und Glitzer-Perücken abzustürzen. Doch was Hausherr und Regisseur Helmuth Fuschl und seine Mimen-Riege da an Transvestiten-Nummern aufs Parkett legen, ist sicherlich kein Reinfall und mehr als nur ein Achtungs-Erfolg.
Heinrich Schafmeister überzeugt und überrascht durch fast zügellose Verwandlungs-Lust. Wie selbstverständlich der durchs Fernsehen bekannte Schafmeister in Glitzerroben schlüpft und sich eine struppige Perücke nach der anderen auf sein schütteres Haupthaar stülpt, ist urkomisch und sehenswert. Mit Riesen-Klunkern auf gespreizten Männerhänden und falsettierter Stimme spielt er den Berufs-Transvestiten und offen lebenden Homosexuellen Albin, der in seinem „Cage aux folles“ als Zaza den Weltschlager „Ich bin, was ich bin“ ins Mikro haucht. Hinreißend mimt er den Lebenspartner von Georges (Bernd Jäger van Boxen). Als beleidigte Leberwurst geriert er sich, weil Georges’ Sohn eine Verlobung vorbereitet. Da der smarte Jean Michel (ein adretter Schuljungentyp aus dem Bilderbuch: Serkan Temel) ausgerechnet die Tochter eines erzkonservativen Vaters liebt, soll Albin die gemeinsame Wohnung, räumen. In Flitter und Glitter lässt Fuschl die Welten aufeinanderprallen - und darin gipfeln, dass sich der eben noch sittenstrenge Papa (urkomisch: Holger Petzold) als verkleidete Carmen-Tunte im Habanera-Rhythmus wiegt...
Das ganze Tohuwabohu inszeniert Fuschl mit zunehmendem Tempo. Besonders der zweite Teil bekommt Drive, häufig durch den hoch schrillen Keith Wilson. Vom Premierenpublikum wurde er mit reichlich Jubel gefeiert.

von Michael-Georg Müller
NRZ, 03.12.2010
Schafmeister spielt schwungvoll einen Transvestiten

Schrill und bunt geht es zu in der Komödie „Ein Käfig voller Narren“ an der Düsseldorfer Steinstraße. Star der Produktion ist Heinrich Schafmeister (früher als Manni in der ZDF-Krimiserie „Wilsberg“) als exaltierter Transvestit Albin. Er bringt zusätzlich Schwung in das Stück, das mit seiner Situationskomik für viele Lacher sorgt. Eine Freude für die Augen sind auch die farbenfrohen Fummel.

Westdeutsche Zeitung, 03.12.2010
Komödie: Jubel für die schrillen Narren im Käfig

Das Premieren-Publikum war aus dem Häuschen! Komödie-Hausherr und Regisseur Helmuth Fuschl hat das Musical „Ein Käfig voller Narren“ erfolgreich auf seine Bühne gebracht. Der Knaller: Heinrich Schafmeister als Zaza – Diva, Tunte, Seelchen. Die gute Laune, die Bernd E. Jäger van Boxen als Zazas Mann George, Serkan Temel als dessen Sohn Jean-Michel und Keith Wilson als Kammerdiener Jacob auf der Bühne verbreiteten, steckte die Zuschauer an. Schafmeisters Ehefrau Jutta war begeistert von ihrem Mann: „Wenn ich seine Beine hätte, würde ich Miniröcke tragen!“ Er hingegen war „heilfroh, wieder aus den engen Fummeln raus zu sein!“

Express, 03.12.2010
Heißer Beifall für „Käfig der Narren“

Dafür sorgen ein grandioser Heinrich Schafmeister als „Zaza“ und sein genialer Partner Bernd E. Jäger van Boxen, eine mutig aufspielende Live-Band und ein unglaublicher Aufwand an Kostümen.
Fünf Minuten stehende Ovationen.

Von Jörg Hakendahl
Bild Düsseldorf, 03.12.2010
Zaza mischt die Inszenierung auf

Es ist unverwüstlich, das Lustspiel „La Cage aux folles“ des Franzosen Jean Poiret (1926-1992). Zwei köstliche Kinofilme sind aus diesem im Transvestiten-Milieu spielenden Stück entstanden sowie eine erfolgreiche Broadway-Fassung von Harvey Fierstein (Text) und Jerry Herman (Musik). Auf dieser basiert die deutsche Version „Ein Käfig voller Narren“, die am Mittwochabend in der Komödie an der Steinstraße in einer Inszenierung von Helmuth Fuschl Premiere hatte. Auch hier zündete die Dramaturgie der brillanten Vorlage.
Das Aufeinanderprallen zweier Welten macht den großen Reiz der Geschichte aus: Der erzkonservative Kommunalpolitiker (herrlich spießbürgerlich: Holger Petzold als Dindon) auf der einen, und das schwule Nachtclub-Volk auf der anderen Seite ergeben die explosive Mischung für tollste Situationskomik.
Wunderbare Kostüme

von Lars Wallerang
Westdeutsche Zeitung, 03.12.2010
Komödie: “Ein Käfig voller Narren” – Standing Ovation für engagiertes Ensemble

Das war ein wirkliches Amüsement, zuweilen eine heftige Attacke auf das Zwerchfell, die reinste Entspannungsübung. Ein sensationell gut aufgelegtes “Käfig voller Narren”- Ensemble begeisterte gestern Abend.
Ganz grandios präsentierte sich Heinrich Schafmeister, der immer wieder Szenenapplaus erntete und bewies, dass man auch mit seiner Statur und Schuhgröße 44 den flott-tuntigen Auftritt leisten kann. Schafmeister beherrschte dabei die Gratwanderung zwischen Komik und sensibel-überzeugender Rollenverkörperung. Bernd E. Jäger van Boxen als sein Partner, füllte seine Rolle phantastisch aus.
Fuschl ist mit diesem Stück ein Volltreffer gelungen, zu dem auch maßgeblich der als Zofe brillierende Keith Wilson und Holger Petzold als Brautvater beitrugen.
Tipp: Das Theatercafé, das früher eher Tristesse verströmte, ist unter dem neuen Pächter Wolfgang Ganzera, einem Österreicher, zu einem netten kleinen Restaurant geworden, das man gern auch unabhängig von Theaterbesuchen aufsucht. Derzeit ist das Café opulent weihnachtlich dekoriert.

DuesseldorfBlog, 01.12.2010
Gelungene Premiere

Schon am Eingang hatte sich die „Komödie“ mit feinen Stöffchen und Lichterketten weihnachtlich herausgeputzt. Die Prinzipale Paul Haizmann und Helmuth Fuschl wissen nicht nur Stimmungen zu schaffen, sie ziehen auch wie magisch zu jeder Premiere allerlei Schauspieler an, die sich auf der Düsseldorfer Bühne wohl gefühlt haben und immer gerne wiederkehren. Aus Hamburg reiste Karl-Heinz von Hassel an, um die besondere Feuertaufe seines geschätzten Kollegen Heinrich Schafmeister mitzuerleben. Der verwandelte sich in der Travestie-Revue „Ein Käfig voller Narren“ bravourös in eine Diseuse im Glitzerfummel. Jutta Schafmeister gab zu Protokoll, sich an den Anblick ihres geschminkten Gatten auf Stöckelschuhen schnell gewöhnt zu haben. Sie amüsierte sich so prächtig wie das Schauspieler-Ehepaar Kerstin Gähte und Lutz Reichert, der sich über das Wiedersehen mit seinem Kumpel aus dem „Komödien“-Erfolg „Ganze Kerle“ freute. René Hofschneider dreht in Köln eine „Wilsberg“-Folge und ließ sich für seine Rolle als zwielichtiger Mönch einen Vollbart wachsen. Das reizende Liebespaar aus dem Stück, Nicole Gütling und Serkan Temel, war glücklich über die gelungene Premiere. Mit etwas mehr Muße wollen die Berliner die Stadt jetzt besser kennen lernen. Das wünscht sich auch Ensemblemitglied Hella-Birgit Mascus: „Am Nikolaustag habe ich meinen ersten freien Abend seit zwei Monaten, da gönne ich mir etwas Schönes.“

Rheinische Post, 03.12.2010